SCHNELL WAS VOM UNTERSCHIED

Ich habe mir eine Fernsehserie angeschaut. Ich sage nicht welche, es ist ja auch egal, weil das, was ich sage, auf alle – oder fast alle – passt. Die Hauptdarsteller, die sich rühmen dürfen, bereits viele Jahre diese Serie zu tragen, ziehen ihr Klischee durch, das sie vor vielen Jahren einmal von den Projektentwicklern vorgeschrieben bekommen haben. Hier muss ich allerdings anmerken, dass manche der Schauspieler auch in anderen Filmen zu sehen waren – und dort, überraschenderweise, dasselbe Klischee abgezogen haben. Vielleicht liegt das Klischee also nicht nur am Drehbuch, sondern an dessen Realisierern.

So weit, so fad. Weil man eh schon alles kennt.

Und dann geschieht das Wunder. Zwei – in der letzten Zeit nicht eben üppig verbrauchte – Schauspielerinnen treten auf, und flugs ist die Sache interessant. Da ist plötzlich kein Klischee mehr, sondern Rollengestaltung, Menschengestaltung. Menschen, nicht Funktionen.

Zwischen Menschen und Funktionen liegt der Unterschied.

Ich will aber jetzt den, Jahre lang amtierenden, Dauerrollen-Trägern keinen Vorwurf machen. Ihre so genannten Charaktere sind durch den langjährigen Gebrauch eben abgegriffen, die Darsteller werden mit den Jahren zwar älter, nicht aber ihre Rollen. Ihre Funktionen.

Variatio delectat.

Diese Variatio kommt sofort auf, wenn die für die jeweilige Handlung dazu engagierten Schauspieler die Würze in die fade Klischee-Suppe bringen. Diesen Gewürznelken gelingt es dann sogar, aus einer wirren, an vielen Haaren herbeigezerrten Handlung erfreuliche 45 Minuten zu machen.

So ist doch alles noch einmal gut gegangen.

Das wollte ich meinen Lesern schnell noch mitteilen.