Die Flüchtlinge

Ich war am Westbahnhof, habe gespendet und habe mir die Leute, die gerade dort waren, angeschaut. Ich muss gestehen, ich habe es nicht lang ausgehalten. In den Gesichtern der Flüchtlinge konnte man alles lesen, was ein Mensch an Regungen zu bieten hat. Totale Resignation, Erschöpfung, Hoffnung, Freude, sogar Lachen, kräfteschonende Ruhe, und diese schrecklichen Reste der Angst, die sie letzten Endes in die Flucht getrieben hat. Jedenfalls würde ich jedem raten, sich diese Gesichter anzuschauen. Vor allem jenen, die da meinen, das seien alles nur Schmarotzer, die sich bei uns auf dem Rücken unserer sozialen Einrichtungen billig ein besseres Leben leisten wollen.

Wer gegen diese Menschen und ihre Würde spricht oder handelt, hat selbst das Recht auf Menschenwürde verspielt. Alle Menschen sind gleich… So einfach wäre alles, wenn alle diesen Grundsatz anerkennen würden.

Ich bin sehr froh, dass unser Land sich durchgerungen hat, hier (fast) vorbildlich zu sein. Dass dieses großartige Verhalten vor allem durch den Einsatz der Bevölkerung definiert ist, zeigt, dass die Qualität eines Landes immer noch vom Volk ausgeht und (Gott sei Dank oder leider) nicht von den Regierenden, die sich jetzt schön langsam von ihrem Wähler in eine halbwegs positive Richtung drängen lassen. ang genug hat’s gedauert.

Gut so!