Bayern, die Flüchtlinge – und wir.

Es ist schon eigenartig. Die CSU ist immer wieder mit ihrer großen Schwester CDU unzufrieden. Österreich arbeitet mit Deutschland recht gut zusammen in der Flüchtlingsfrage. Aber Bayern ist offensichtlich nicht immer Deutschland. Frau Merkel hat mit ihrer Außerkraftsetzung  von Dublin III sicherlich dem Flüchtlingsstrom den Schwung gegeben, den er derzeit hat und der den Bayern sauer aufstößt. Und jetzt benützen die bayerischen Politiker Österreich gleichsam als Bande, über die sie ihre Kritik an Frau Merkel spielen. Österreich ist an der Vehemenz der derzeitigen Flüchtlingsbewegung sicher nicht Schuld. In Zeiten der Handy-Kommunikation hat sich die Äußerung der Frau Merkel schnell herumgesprochen und sicher der Sache einen neuen Schub gegeben.
Wenn sich also die Herren Seehofer und Konsorten beschweren wollen, dass müssen sie das schon in Berlin tun, jedenfalls aber im eigenen Land.
Ich gehe sogar so weit, zu sagen, dass der Rückstau, der immer weiter zurückreicht, in erster Linie von den Deutschen (oder soll ich sie doch Bayern nennen) verursacht wird.
Ich gehe noch weiter: Dass Frau Mikl-Leitner von „baulichen Maßnahmen“ an unserer Südostgrenze spricht, ist ebenfalls dem einzig und allein von den Bayern verursachten Rückstau zuzuschreiben.
Ich will hier bei Gott nicht die nicht immer gerade geschickten Maßnahmen unserer Regierung verteidigen. Ich weiß natürlich, dass hier viel Unfug inszeniert und Widerstand (der auch bei uns interessanterweise sehr stark aus den christlichen Parteien kommt) geleistet wurde und wird.
Dennoch: Das Banden-Spiel der Bayern ist an Miesheit kaum zu überbieten, zumal es so durchsichtig ist: Sie kritiseren, diffamieren und quälen Österreich – und tragen auf dem Rücken der Flüchtlinge ihre innenpolitischen Querelen aus.
Aber NOCH heißen wir ja EU. Und Bayern ist NOCH Deutschland.