BÜROKRATIE MIT HIRN (ODER HERZ)?

Ich weiß schon, unsere Asylbeamten sind heillos überfordert. Volles Verständnis dafür – das allerdings zu wackeln beginnt, wenn ich in meinem persönlichen Bekanntenkreis Schicksale sehe, die weder mit Hirn noch mit Herz, sondern einfach irgendwie bürokratisch behandelt werden.
Da ist ein 24jähriger Bursche (ich nenne bewusst die Nationalität nicht, weil die eigentlich eh wurscht sein sollte) seit drei Jahren in Österreich, arbeitet in einer Bäckerei, spricht schöner Deutsch als sein Chef, hat sogar ein Deutsch-Abschluss-Diplom, ist allseits beliebt – und wird jetzt abgeschoben.
Da ist ein 22jähriger Bursche, seit 6 Jahren in Österreich, arbeitslos, weil er bei allen Versuchen, etwas zu arbeiten wegen Unwilligkeit und Unbrauchbarkeit und Aufmüpfigkeit gefeuert wurde, wird gleichsam durchgefüttert, spricht ein Deutsch als hätte er bei einem der berühmten Kabarettisten gelernt – und bekommt einen positiven Asylbescheid.
Es sei mir gestattet, anzumerken, dass ich mich nicht mehr auskenne. Auch wenn die Asylbeamten sicher Gründe angeben und ihre Entscheidung für rechtmäßig erklären können frage ich mich dennoch, wozu einer einen Deutschkurs mit Diplomabschluss macht, arbeitet und beliebt ist rausfliegt und der andere, der sich weigert, die Minimalkriterien zu erfüllen dableiben darf – beides amtlich verbrieft und besiegelt..
Von den für solche Entscheidungen Verantwortlichen Herz zu verlangen ist sicher zu viel verlangt, aber Hirn? Hinschauen? Sich ein Bild machen?
Es ist zum Verzweifeln!
Ein Nachsatz: Um den ersten der Beiden hat sich eine Bürgerbewegung gebildet, die Erfolg versprechend läuft.
Umso mehr frage ich: Und der andere?