DER LENZ

„Lasst läuten die Glocken fern und nah, sie sollen frohlocken, der Lenz ist da!“
Dieses früher einmal sehr beliebte Lied für Schmelz-Tenöre geht mir durch den Sinn, wenn ich gleichzeitig aufpassen muss, dass ich mich in meiner Euphorie nicht erkälte.
„Veronika, der Lenz ist da…“ – mit der späteren Bemerkung „Veronika, der Spargel wächst“, womit möglicherweise auch das Wiedererwachen frühlingshafter Liebesgelüste gemeint ist, auch dieses fröhlich-schlichte Liedlein hat sich zu mir gesellt.
Ich weiß, der Frühling beginnt erst am 21. März zur Tag- und Nachtgleiche, wie wir in der Schule gelernt haben. Ich weiß auch, dass morgen schon wieder Schlechtwetter kommen soll. Aber nach meinem neuen Rezept, jetzt und heute zu leben habe ich eben heute Frühling, genieße ihn, freue mich über die bereits deutlich sichtbaren Blätter der Tulpen – und mache, wie man bei uns so schön sagt, mir einen Lenz.
Sind aus der Türkei wieder ein paar Unfreundlichkeiten eingetroffen? Twittert oder wettert der Blonde aus Amerika schon wieder wegen irgenwas?
Mag alles sein, ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich mich freue, dass er so gut wie da ist, der Lenz.