DIE WICHTIGKEIT DER ZEIT-UMSTELLUNG

Eigentlich werden ja die Uhren umgestellt. Und jedes Jahr geht im Frühjahr, wenn es in die eine Richtung geht und im Herbst, wenn es in die andere Richtung geht das Gejammer los. Die Kühe kommen durcheinander, der Jetlag belastet die Menschen, uns so weiter. Dass dieselben Jammerer beim Fernost-Urlaub acht und zehn Stunden Jetlag sich freiwillig antun, will ich hier gar nicht erwähnen. Ich will auch gar nicht weitere Beispiele strapazieren, weil heuer offenbar ein Wunder geschieht: Niemand jammert, zumindest ist mir nichts zu Ohren gekommen. Im Gegenteil, im Sommer ist es um eine Stunde länger hell, das bedeutet (Zitat einer Zeitung) „Eine Stunde mehr Lebensfreude“.
Ich habe das eigentlich immer so gesehen. Wenn man einen kleinen Garten hat, in dem man im Sommer draußen sitzen kann, dann ist man sehr dankbar für diese eine Stunde mehr Licht.
Dennoch rührt sich in mir die Frage:
Wieso heuer keine Aufregung?
Haben wir andere Sorgen?
Das wäre unerfreulich, denn das hieße, dass sich die Sorgenbelastung verschoben hat, möglicherweise auch vergrößert. Wir haben jetzt mehr Sorgen, da werden unwichtige aussortiert bis zum Verschwinden unter die Wahrnehmungsschwelle. Oder werden die Zeitungen auch ohne die Jammerartikel voll?
Andrerseits: Die Sache mit der Sommer/Winterzeit war schon immer eine unwichtige Sorge, höchste Zeit also, dass sie verschwindet, mitsamt dem Gejammer.
Ich verspreche, dass ich mich das nächste Mal wieder wichtigeren Dingen widme.