EIN LÄCHELN

Gestern habe ich mithilfe einer wunderschönen ORF III-Dokumentation von Karl Hodina sehr privat Abschied genommen. Ich war allein zuhause und habe mich meinen Gefühlen voll  hingegeben. Ich habe den Karl Hodina gemocht. Es muss mir aber auch klar sein, dass ein Mann mit 82 Jahren sich schon in einer Alterszone befindet, in der der Tod in Reichweite liegen kann. Es bringt mir also nichts, wenn ich traurig bin über einen Vorgang, der früher oder später unausweichlich ist.  Wichtig ist doch das, was bei den Menschen, die sich an einen erinnern, hängenbleibt. Beim Karl Hodina ist es natürlich die Musik, sowieso, seine Bilder, sowieso. Was auf mich aber gestern und auch immer, wenn wir uns gesehen haben, gewirkt hat mit dem Tiefgang einer Infrarotbestrahlung war sein Lächeln. Ich kann es nicht exakt deuten. War es spitzbübisch, pülcherisch, kumpelhaft? Ich habe nur gesehen, dass sein Lächeln, wenn es länger gedauert hat, weise wurde, abgeklärt, wissend – und so wunderbar sanft strahlend.
Sein Lächeln drang mir in die Tiefe, erzeugte Wärme. Diese Wärme ist es, von der ich schon heute weiß, dass sie mir noch lang erhalten bleiben wird.