Experten! Experten!! Experten!!!

Wenn ich das Wort „Experten“ höre, rührt sich schon meine Galle.

Wie steht’s im Lexikon?
„Ein Experte (vom frz. expert, „sachkundig, erfahren“, und lat. expertus „erfahren, kundig, erprobt), auch Fachmann/Fachfrau (Plural Fachleute), Fach- oder Sachkundiger oder Spezialist, ist eine Person, die über überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem Fachgebiet  oder über spezielle Fähigkeiten verfügt. Neben dem theoretischen Wissen kann eine kompetente Anwendung desselben, also praktisches Handlungswissen, für einen Experten kennzeichnend sein.“

So weit, so gut. Aber dann steht da noch was.
„Die Bezeichnung Experte ist rechtlich nicht geschützt. Es gibt keine öffentliche Anerkennung eines Experten und daher auch keine Erlaubnisprüfungen, die zum Führen eines Titels Experte befähigen. Im Gegensatz zum öffentlich bestellten Sachverständigen kann eine objektive Qualität der so bezeichneten oder selbst ernannten Experten aus der Bezeichnung nicht abgeleitet werden.“

Aha!
Und jetzt zum Kern:
„In der Politik werden häufig die Mitglieder der Fachausschüsse in der Tagespresse als Experten bezeichnet, ohne dass ihnen irgendeine zugehörige fachliche Ausbildung eigen wäre. Die Benennung von Experten ist Bestandteil der sozialen Mobilisierung in der Politik, insbesondere der Emanzipation des einzelnen Politikers gegenüber den Interessengruppen, die seiner Partei nahestehen, und gegenüber den politischen Gegnern, die gegensätzliche Positionen vertreten.
In öffentlichen Medien sind Bezeichnungen wie Dopingexperte oder Wetterexperte ohne besondere Legitimation üblich.“

Warum ist das hier schreibe?
Weil ich mich immer wieder wundere, dass mir zum selben Thema ununterbrochen Experten-Meinungen serviert werden, die jede etwas anderes sagen. Ich glaube, sogar wenn es draußen wie aus Schaffeln regnet, wird es Experten geben, die eine (meist hoch bezahlte) Expertise erstellen, dass meine Feststellung ineffizient sei, undurchdacht, Wunschdenken, und was sonst noch alles – jedenfalls wird mir die einfache Feststellungc „es regnet“ mehr oder weniger widerlegt, jedenfall werde ich das der Dumme hingestellt.
Experten sind aber auch eindeutig bezahlte Lieferanten, die das liefern, was ihrer Interessengruppe dient. Ich unterstelle also, dass Experten, wenn es gegenüber ihrem Auftraggeber opportun erscheint, auch lügen, und das zumeist auch noch gedruckt.

Ich nehme an, dass zum Beispiel ein neues Gesetz von Experten gemacht wird. Dann wird es von anderen Experten lemminghaft zerpflückt und als – siehe oben – erklärt.
Gehe ich Recht in der Annahme, dass es sich bei den Zerpflück-Experten zumeist um solche handelt, die nur sauer sind, dass sie nicht gefragt (und bezahlt) wurden?
Gehe ich Recht in der Annahme, dass solche Zerpflück-Experten auf dem Weg der Gegen-Expertise ganz einfach einen Weg in die Öffentlichkeit , sprich in die Medien, suchen?
Tatsache ist ja, dass die Gegen-Expertisen meist mehr Platz in einer Zeitung finden, als die Urheber des Expertisen-Gegenstandes.

Mir wird jedenfalls in immer klarer:
Der Stillstand der österreichischen Politik ist dem Experten-Hick-Hack in hohem Maße zuzuschreiben.
Wenn dann eine Regierung – wie derzeit die unsere – auch noch mutlos oder zu feig ist, trotzdem das zu tun, was ihre Experten für richtig halten, dann führt sich das ganze System ad absurdum.
Und die Experten drängen sich selber – genauer gesagt eiander gegenseitig – in die Kategorie der Nona-Diskutanten.

Für mich ist „Experte“ längst ein Schimpfwort.