FLUCH DER STATISTIK

Alles wird heutzutage statistisch erfasst. Sogar die Fürze der Kühe auf der Weide. Wirklich wahr! Weil sie angeblich Mitschuld tragen an irgendwas in der Stratosphäre.

Ich nenne jetzt einfach ein paar Beispiele, deren Zahlen nicht genau stimmen müssen. Ich will damit nur den Fluch der Statistik beweisen.
In Österreich leben 10% der Menschen unter der Armutsgrenze. Damit stehen wir – laut Statistiken – im internationalen Vergleich sehr gut da. 10% in Österreich sind 800.000 Menschen. Hallo! 800.000 arme Menschen sind gut? Statistisch ja. Wir können uns zurücklehnen.
Und wenn es uns gelingt, die Zahl der Armen um 5% zu senken, dann ist das sogar ein Riesenerfolg. Nur noch 400.000 Menschen. Hallo! 400.000 arme Menschen ein Riesenerfolg? Das ist Perversion pur.

Nun werden diese Zahlen ja immer in Relation zur Gesamtbevölkerung erhoben. Mich schaudert, wenn ich rechne, wie viele Menschen 10% in den USA sind. Oder in Russland. Oder in China.

Statistikzahlen werden aber als Belege und Beweise für Erfolg und Misserfolg herangezogen. Und wenn wir national nicht so gut sind, dann nehmen wir halt internationale Zahlen her, plötzlich stehen wir gut da.

Eine Politik, die sich auf Statistiken beruft und sich aufgrund der Zahlen feiern lässt muss sich gefallen lassen, dass ich sie unmenschlich nenne. Inhuman. Humanismus ist abgeschafft. Zu unangenehm.

1% arme Menschen wären in Österreich immer noch 8000 Menschen. Im statistischen Jargon gilt 1% als „vernachlässigbar“. Hallo! 8000 arme Menschen vernachlässigbar?

Seit die Statistiken regieren haben die Verantwortlichen ihr Gewissen abgegeben – bei den Statistikern.