SELTSAME FORSCHUNGEN

Ich höre im Auto sehr viel Radio. Österreich 1 – immer. Viel Interessantes erfahre ich da. Auch viel Seltsames. Vor allem die Musikredakteure geben manchmal apodiktische Meinungen von sich, dass man ihr Selbstbewusstsein nur neidvoll bewundern kann.
Manchmal aber höre ich auch wirklich Epochales. Und fast immer dann, wenn wieder jemand etwas erforscht hat.
Gestern (oder war es vorgestern?) redeten sie darüber, dass der Mensch eigentlich in seinem innersten Wesen auf Belohnung aus ist. Wkie übrigens auch meine Hunde (Anm. Tolar). Diese Einleitung machte mich schon hellhörig.
Dann kamen Beispiele.
Wenn ein Mensch Hunger hat und dann etwas isst, dann empfindet er das Sattsein als Belohnung. In seinem Gehirn werden dann positive Botenstoffe freigesetzt. Oder das Gehirn befiehlt irgend einem Organ, positive Botenstoffe freizusetzen, so genau habe ich das nicht verstanden.
Aber ein weiteres Beispiel:
Wenn jemand einem anderen einen Witz erzählt und dieser andere lacht nach der Pointe, dann empfindet der Erzähler dieses Lachen als Belohnung. Und dann kommen sie wieder, diese positiven Botenstoffe.
Wenn jemand vor einem anderen einen dritten schlechtmacht und der andere nickt zustimmend, dann empfindet der Schlechtmacher das als Belohnung – die Botenstoffe kommen angetrabt.
Als dann die Rede auf den Drang, sich aufs Klo begeben zu müssen und so weiter kam, da hat mein Gehirn Botenstoffe ausgesandt, die mich drängten, den Sender doch zu wechseln. Da ich genau zu dem Zeitpunkt an meinem Ziel anlangte habe ich den Sender nicht gewechselt und mich so vermutlich um eine Belohnung gebracht, für die ich doch, laut Studie, eigentlich lebe.
Ach ja, die Damen (es waren nur Damen), die diese wirkilch epochalen Forschungsergebnisse präsentierten waren Expertinnen für – das habe ich jetzt wirklich vergessen, jedenfalls aber kamen sie von einem Universitätsinstitut.
Ich habe großen Respekt vor Wissenschaft und Forschung, aber nicht immer vor ihren Ergebnissen.