SIEG DES LEBENS

Die Überschrift mag so manchem Lesenden seltsam vorkommen, zumal aus meinem Munde und in der Karwoche, die in unserem Kulturkreis doch das traurigste Ereignis aller christlichen Religionen einschließt.
Nun bin ich schon lange kein gläubiger Mensch (mehr – die katholische Kirche hat mich mit ihrem „Mitleid“ Schwulen gegenüber vertrieben) und übe mich in freiem und befreitem Denken.
Umso mehr erstaunt – und freut es mich, dass ich auf der Suche nach dem Osterfest meiner Kindheit tröstliche Gedanken finde.
Jedes Jahr stirbt Christus – und jedes Jahr steht er wieder auf.
Welch ein Triumph!
Der Sieg des Lebens über den Tod ist es doch, den wir jedes Jahr zu Ostern feiern – und wenn schon nicht feiern, so werden wir doch wenigstens daran erinnert – oder sollten uns daran erinnern.
In unseren Tagen, in denen Tötungsmaschinisten vor allem in unserem Kulturkreis wüten sei es gerade denen gesagt: Das Leben gewinnt immer. Sie können noch so viele Menschen töten, sie wachsen nach. Wann sehen diese (ja schließlich auch) Menschen, die im Auftrag ihres Gottes morden, ein, dass sie einen aussichtslosen Kampf kämpfen, weil Tod und Töten und Morden kein Ende markieren, sondern immer wieder einen neuen Anfang.
Ich sagte es schon, ich bin nicht gläubig im Sinne der klerikalen Theatralik. Aber ich finde in dem Gedankengut der Karwoche Trost und Bestätigung.